Macaus Verluste im Gaming halten nach 12 Monaten weiter an

Für Macau ist Juni 2015 ein besonderer Jahrestag, doch zu feiern gibt es nichts, im Gegenteil: Nach 12 Monaten verringern sich die Einnahmen Monat für Monat und es ist keine Besserung in Sicht.

Mit einem Umsatz von 2,5 Milliarden Euro im Mai liegt das chinesische Casino-Paradies Macau 37% hinter den Einnahmen vom Mai in 2014, wie die Macau Gaming Kontrolle am Montag bekannt gab. Dies waren der achte zweistellige Rückgang und der vierte Monat in Folge, in dem die Einbrüche 30 Prozent und mehr betrugen. Im Februar sank das Einkommen auf einen Rekord-Tiefstand von 49 Prozent, der niedrigste Wert, den es jemals nach Analysen gab.

Grant Govertsen, Vorstand der Union Gaming Group, eine Investment Bank, die sich ausschließlich auf Las Vegas und Macau konzentriert, warnte vor weiteren Einbrüchen aufgrund des staatlich verordneten Rauchverbots, das den kompletten Markt von Macau um ein Vielfaches destabilisieren könnte. Doch ist es nicht alleine das Rauchverbot, das für den Rückgang verantwortlich ist, sondern vielmehr Chinas strenge Auflagen für Macau, um Korruption und Geldwäsche einzudämmen und damit vor allem die VIPs fernhielt.

Verschärftes Nichtrauchergesetz in Beijing bedroht Macau

Am Wochenende wurde in Chinas Hauptstadt Beijing das Nichtrauchergesetz von November noch einmal verschärft und gilt nun ebenfalls in allen öffentlichen Plätzen, zu denen Restaurants, Büros und öffentliche Verkehrsmittel gehören. Außerdem wurden 14 Raucherlounges am Flughafen von Beijing geschlossen und durch 17 Außenraucherzonen ersetzt. Für Macau ist dies ein klares Warnzeichen, da es zwar Raucherbereiche in den Casinos gibt, diese jedoch mit genügend politischer Deckung komplett abgeschafft werden können, wie es bereits von Macaus Regierung für den Anfang nächsten Jahres angedeutet wurde.

Marktbeobachter halten den Abwärtstrend für die nächsten Monate für wahrscheinlich und einem geschätzten Jahreseinkommen von 30 bis 35 Milliarden Dollar für 2015, sollte es nicht noch zu größeren Verlusten kommen. Die Besitzer einiger der teuersten Hotels am Cotai Strip in Macau, Las Vegas Sands Corps, Wynn Resorts Limited und MGM Resorts, waren besonders schwer von dem Rückgang der Einnahmen betroffen und warten nun auf einen neuen Aufschwung, um wieder Geld in die Kassen zu bekommen.

Galaxy Resort als Prototyp für ein neues Konzept in Macau

Die Eröffnung des Galaxy Resorts Ende Mai, das Galaxy Entertainment in Hongkong gehört, soll eine neue Ära in Macau einleiten, in der die sechs Betreiberunternehmen von Macau jeweils ein eigenes Resort aufbauen wollen, die sich vor allem auf Luxus und Spa statt Casinos konzentrieren wollen, um einen neuen Kundenstamm anzulocken und aufzubauen. Die Entwicklungen rund um Galaxy werden mit Spannung in den nächsten Monaten beobachtet werden, da das Resort der Prototyp für ein neues Macau sein könnten, in dem Glücksspiele eine wesentlich geringere Rolle spielen als bisher. Zwar verfügt das neue Resort ebenfalls über ein Casino, doch wurde der Schwerpunkt auf Unterhaltung gelegt mit drei 5-Sterne Hotels, einem japanischen Teehaus und 50 Restaurants sowie einem Dachpool mit mehr als 1,50 Meter hohen Wellen.

Als nächstes Projekt soll der 4 Milliarden teure Wynn Palace eröffnet werden, der in der ersten Hälfte von 2016 zum ersten Mal Gästen zur Verfügung stehen wird. Es bleibt abzuwarten, ob das neue Konzept aufgehen wird, doch ist bereits zu viel investiert worden, um verlustfrei für die Unternehmen einen Schlussstrich unter Macau zu ziehen.

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